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Die Hauspatronfeier und ihre Symbolik
 
Die Hauspatronfeier genannt Slava ist ein Brauch, der bereits sehr lange besteht und einer der wichtigsten Feiertage ist. Die Feier gab es sogar noch vor der Konvertierung der südlichen Slawen zum Christentum.
Zu der Zeit des Polytheismus besaß jede Familie einen eigenen göttlichen Beschützer, welchem sie besondere Achtung hervorbrachten.
Die ersten schriftlichen Daten über die Zeremonie der Slava stammen aus dem 11. Jahrhundert aus der Zeit des Königs Samuels.
Jedes serbische Haus, jeder Haushalt und jede Familie feiert einen Heiligen an dessen Ehrentag unsere Vorfahren und Väter den christlichen Glauben übernommen haben und sich taufen ließen im Namen der heiligen Dreifaltigkeit.
Über diesen Tag sagt unser gläubiges Volk: „Wer diesen Tag feiert, dem wird Gott der Herr, helfen“.
Wenn wir diesen besonderen Tag feiern, dann zuerst in der Kirche mit allen Gläubigen in der Anwesenheit aller Hl. Engel, allen Heiligen und wenn alle unsere Toten und Lebendigen genannt werden- und im Anschluss zuhause.
Dort schließlich feiern wir nicht alleine, sondern zusammen im Kreise der Familie und Freunde und mit jedem der uns an diesem Tag ins Haus kommt, auch einem Bettler der uns an diesem Tag an die Tür klopft.
Wir gedenken an diesem Tage auch an die Armen und Bedürftigen und nehmen besonders Rücksicht auf sie.
Slava ist eine Tradition der Familie, die gebunden ist an sie und nicht an eine Immobilie.
Auch wenn eine Familie in ein anderes Haus umzieht oder an einen anderen Ort geht, nimmt sie ihre Slava und ihre Ikone mit um ihren Ehrentag auch an diesem neuen Ort zu ehren. 
Sobald der Sohn seine Familie verlässt um seinen eigenen Haushalt zu gründen, ist er verpflichtet seinen Heiligen weiter zu ehren und das obwohl sein Vater und seine Mutter die Tradition der Slava weiter in ihrem Haushalt feiern.
Es ist falsch, dass der Vater seinem Sohn die Slava übergibt oder dass, das der Sohn erst nach dem Tod seines Vaters diese Tradition übernimmt.
Aus diesem Grund, hat die Synode der Serbisch- Orthodoxen Kirche im Jahre 1985 die Entscheidung getroffen, dass Kinder die aus dem Elternhaus ausziehen und einen eigenen Haushalt gründen den Segen der Kirche haben um die Slava zu feiern.
Was ist nötig um die Slava zu feiern?
Die Opferkerze (Slavska sveća): Ohne die Kerze kann man die Slava nicht feiern. Die Größe der Kerze hängt von den persönlichen Möglichkeiten ab und vorteilhaft sind Kerzen aus reinem Bienenwachs. Die Kerze der Slava wird vom Hausherrn angezündet zum Zeitpunkt wenn der Priester sein Haus betritt um das festliche Brot zu segnen oder wenn der Hausherr das gesegnete Brot aus der Kirche in sein Haus bringt. Die Kerze brennt üblicherweise den ganzen Tag. Was bedeutet die Kerze in dieser Tradition? Die Helligkeit der Wahrheit mit der Christus die Welt erläutet hat.
Das Festliche (heilige) Brot (Slavski kolač): Jeder Haushalt backt ein Heiliges Brot. Hierbei handelt es sich um ein Weißbrot mit Mehl, Hefe und gesegnetem Wasser oder mit heiligem Wasser welches am Tag der Taufe des Herrn vom Priester gesegnet wird. Das heilige Brot wird äußerlich mit einem Kreuz aus Teig dekoriert und es wird ein Stempel gedrückt mit dem griechischen Abkürzung für Jesus Christus (Im Original IS-HS, NI- KA d.h. Jesus Christus, Sieger). Das Brot kann weiter dekoriert werden mit Figuren z.B. Tauben als Symbol des Hl. Geistes, Weizenkörnen, Trauben. Das heilige Brot wird zu Ehren des Schutzpatrons und für die Gesundheit der Familie. Während der Segnung des Brotes werden die Lebenden benannt um für deren Gesundheit zu bitten.
Gesegneter Weizen (Koljivo): Dieser wird am Vortag bereitet. Wenn es gekocht wird, wird das Wasser ausgeschüttet und der Weizen getrocknet. Dann wird er gerieben, gezuckert und zubereitet mit Nüssen, Rosinen, Vanille usw. Der Weizen ist das Symbol für den Tod und die Auferstehung, das Symbol des ewigen Lebens. Das einzelne Weizenkorn geht in der Erde nieder aber trägt bald wieder viele Früchte. Während der Segnung werden unsere Verstorbenen bedacht. Mit dem Weizen werden alle Familienangehörigen nach der Segnung bedient sowie alle Gäste, die an diesem Ehrentag die Familie besuchen. Wenn es den Gästen serviert wird, sollte dies immer im Stehen passieren- aus Respekt gegenüber dem Hl. Schutzpatron. Bevor die Gäste sich bedienen, ist es  Brauch sich zunächst zu bekreuzigen. Besonders erwähnen möchte ich, dass dieser Weizen für alle Schutzpatronfeiern zubereitet wird, denn leider besteht in einigen Regionen die falsche Vorstellung, dass zur Slava des HL. Erzengel Michael und Hl. Erzengel Gabriel und zur Slava des Hl. Ilija dies nicht gemacht wird, da in diesen Regionen die Menschen überzeugt sind, dass diese Heiligen leben. Die Lehre der Orthodoxen Kirchen sagt, dass alle Heiligen leben und bei Gott dem Herrn empfangen sind und aus diesem Grund sollte an jeder Slava dieser Weizen vorbeireitet werden. Unsere Klöster und Kirchen die die Slava des Hl. Michaels oder den Hl. Ilija ehren, bereiten diesen Weizen zu und sollen Vorbilder für unser Handeln sein, denn Traditionen werden durch unsere Kirchen unverändert bewahrt.
Wein (Vino) ist ebenfalls notwenig für die Hl. Slava: Mit Rotwein wird das HL. Brot und der Weizen beträufelt. Sowohl der Wein, als auch das Brot und der Weizen stellen unsere geistliche Freude und unsere geistliche Nahrung dar, von und bis Christus.
Öl (Ulje) ist notwenig um die kleine Öllampe vor der Ikone des Heiligen zu entzünden.
In jedem orthodoxen Haushalt sollte sich Weihrauch befinden um es beim Beten anzünden zu können.
Die Heilige Ikone mit dem Abbild des Schutzpatrons sollte in östlicher Richtung angebracht werden. Traditionell sollte jede Ikone, die sich im Haus befindet vorher in der Kirche von einem Priester gesegnet werden, denn erst dann sind sie von göttlichem Geist beflügelt.
Findet die Slava an einem Fastentag statt, sind folgende Besonderheiten zu beachten: An diesen Tagen sollten wir beachten wie unsere Slava vorbereitet wird, und die Regeln der Fastentage eingehalten werden. Wenn wir dies missachten, sündigen wir und anstelle des Segens erhalten wir von Gott Urteile gegen unser Verhalten.
Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass der Hausherr zu Ehren seines Heiligen Schutzpatrons und aus Respekt vor der Slava und seinen Gästen an diesem Tag nicht sitzt oder einen Hut trägt und sich besonders für das Wohl seiner Gäste sorgt und sie den ganzen Tag bedient.
 
Priester Dragan Čolaković, Pfarrer in Essen 


  
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